Geschichte

Fortschritt hat hier Tradition

Die Berliner Hochschule für Technik (BHT) wurde 1971 als Technische Fachhochschule Berlin (TFH) durch den Zusammenschluss mehrerer Ingenieurakademien gegründet.

Um die lange Tradition der Hochschule und Ihrer Vorgängereinrichtungen herauszustellen, erfolgte 2009 die Umbenennung in Beuth Hochschule für Technik Berlin.

Wie der jüngste Beuth-Diskurs jedoch zeigte, und durch Gutachten bestätigt wurde, steht C.P.W. Beuth - neben seinen Errungenschaften für die Ingenieurwissenschaften - heute aber auch für seinen Antisemitismus. Daher entschieden sich die Mitglieder der Hochschule, den Namen abzulegen und die Hochschule zum Wintersemester 2021/22 in Berliner Hochschule für Technik umzubenennen.

Ursprünge

Die Geschichte der Berliner Hochschule für Technik (BHT) geht bis in das 19. Jahrhundert zurück, als mit den Reformen des preußischen Bildungswesens die Modernisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft eingeläutet wurde.

Der Bildungsreformer Christian Peter Wilhelm Beuth (1781-1853) rief 1821 den „Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes in Preußen“ ins Leben. Er bereitete den Boden für die Professionalisierung der handwerklich-technischen Ausbildung.

In einer stürmischen Epoche des technischen und gesellschaftlichen Wandels entstanden zahlreiche verwandte Vereine und Einrichtungen, unter anderem initiiert durch zwei berühmte Weggefährten Beuths – dem Architekten und Stadtplaner Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) und dem Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné (1789-1866).

Vorgängereinrichtungen

Vorgängereinrichtungen der Berliner Hochschule für Technik sind vier 1966 gegründeten Berliner Staatlichen Ingenieurakademien.

Die Staatliche Ingenieurakademie für Gartenbau ging aus der 1823 gegründeten Gärtnerlehranstalt zu Schöneberg und Potsdam-Wildpark hervor. Sie ist die älteste gärtnerische Lehranstalt Deutschlands.

Die Staatliche Ingenieurakademie Gauß entstand aus der 1880 eröffneten Ersten Handwerkerschule Berlin.

Die Staatliche Ingenieurakademie Beuth ging aus der 1909 gegründeten Technischen Mittelschule Berlin hervor.

Die Staatliche Ingenieurakademie für Bauwesen entstand ab 1946/46 durch die Zusammenlegung von zwei Bauschulen als Vereinigte Bauschulen von Groß-Berlin:

  • Baugewerkschule Neukölln – Leinestraße, hervorgegangen aus der 1913 gegründeten Königlich-Preußischen Baugewerkschule Neukölln
  • Baugewerkschule in der Kurfürstenstraße, hervorgegangen aus der 1878 gegründeten Baugewerkschule des Berliner Handwerker-Vereins

Technische Fachhochschule – Beuth Hochschule für Technik Berlin

Mit dem „Gesetz über die Fachhochschulen im Lande Berlin“ (vom 27.11.1970) wurde am 01. April 1971 die „Technische Fachhochschule Berlin" (TFH) gegründet.

Die TFH entwickelte sich zur Hochschule mit dem größten ingenieurwissenschaftlichen Studienangebot in Berlin und Brandenburg und zu einer der größten Fachhochschulen Deutschlands.

Mit den Studierendenzahlten wuchs auch der Campus in Berlin-Wedding: Zum historischen Gebäude der 1909 gegründete Technische Mittelschule Berlin (Haus Beuth) und dem 1964 für die gleichnamige Ingenieurakademie gebauten Haus Gauß kamen die Gebäude Grashof und Bauwesen hinzu. 

Am 1. April 2009 wurde die TFH auf Beschluss der Akademische Versammlung vom 17. Januar 2008 in „Beuth Hochschule für Technik Berlin“ umbenannt – zu Ehren des „Vaters der Ingenieurausbildung“ Christian Peter Wilhelm Beuth.

Damit wurde die lange Tradition der Hochschule und ihrer Vorgängereinrichtungen im Kontext der Berliner Bildungsgeschichte herausgestellt. Die Hochschule stand mit ihrem Namen ganz in der Tradition der von Beuth begründeten praxisorientierten und gleichzeitig zukunftsweisenden Ausbildung von qualifizierten Fachkräften.

Umbenennung in Berliner Hochschule für Technik

Später tauchten jedoch historische Quellen auf, die belegen, dass Beuth ein Antisemit war und auch entsprechend gehandelt hat. Nach einem hochschulweiten Diskurs stimmten die Mitglieder der Akademischen Versammlung im Januar 2020 für das Ablegen des Namens „Beuth“.

Mit diesem Schritt setzte die Hochschule ein aktives und unumgängliches Zeichen für gelebte Toleranz und Vielfalt in Studium, Lehre und Forschung und für eine Hochschule, die sich uneingeschränkt den pluralistischen Prinzipien einer Zivilgesellschaft verschrieben sieht.

Anfang 2021 stimmten die Mitglieder der Akademischen Versammlung dann für den neuen Namen „Berliner Hochschule für Technik", der zum 01. Oktober 2021 in Kraft trat.