Hybride Lehre

Als Lehrkraft wollen Sie dieses Semester Präsenzlehre ermöglichen, aber durch die Einhaltung der noch coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln zum Schutz der Studierenden und Lehrenden reicht die Raumkapazität nicht aus, um alle Studierenden unterzubringen. Oder einige Studierende werden bis zum Semesterbeginn nicht in der Lage sein, am Präsenzunterricht teilzunehmen, da sie zu Risikogruppen gehören oder noch nicht geimpft sind. Um trotzdem Ihren Wunsch der Präsenzlehre nachzugehen, können Sie eine hybride Lehrveranstaltung anbieten.

Begriffsbestimmung - Was ist hybride Lehre?

In einer hybriden Lehrveranstaltung befinden sich Studierende mit der Lehrkraft zur gleichen Zeit teils am gleichen Ort in der Hochschule und teils nehmen sie von verschiedenen Orten online über eine Videokonferenztechnologie teil. Die Lehre findet demnach synchron sowohl in physischer Präsenz in Hochschulräumen als auch in einer digitalen Umgebung statt (Reinmann, 2021).


Anforderungen an die hybride Lehre - Wie kann hybride Lehre umgesetzt werden?

Die didaktischen, technischen, organisatorischen und rechtlichen Anforderungen an die hybride Lehrestellen sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden vor eine große Herausforderung und erfordert Geduld von beiden Seiten. Doch ähnlich wie die Online-Lehre zunächst ungewohnt war, kann gemeinsam auch dieses Lehrformat umsetzbar sein und dadurch teilweise Präsenzlehre ermöglichen, was sicherlich auf Zustimmung bei Lehrenden und Studierenden trifft.

Raumplanung

Die Raumplanung ist wie für ein Präsenz-Semester erfolgt. Die Entscheidung über die Art und Weise der Lehre (Präsenz, Hybrid, Online) liegt in den Fachbereichen und letztendlich bei der Lehrkraft. Genehmigungen für die Durchführung von Präsenzformaten erteilen die Dekane und Dekaninnen und nicht mehr der Krisenstab. „Von der allgemeinen Pflicht zur Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern kann zur Durchführung des Lehr- und Forschungsbetriebs an den Hochschulen abgesehen werden, soweit es den Umständen nach nicht möglich ist, diese einzuhalten und das aktuelle Infektionsgeschehen dies zulässt“ (Eckpunkte für das Wintersemester 2021/2022 an Berliner Hochschulen, https://www.berlin.de/sen/wissenschaft/aktuelles/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung.1111437.php).

Schutz- und Hygienemaßnahmen

Die vom Krisenstab erlassenen aktuellen Schutz- und Hygienemaßnahmen sind einzuhalten, z. B. Maske in Räumen bei fehlenden Mindestabstand, Selbsterklärung der Studierende, Kontaktnachverfolgung, Lüften und Platzreinigung. Für Lehrende und Studierende gilt die 3G-Regel.

Wechselzeiten

Aus organisatorischen Gründen wurden die festgesetzten Blockzeiten der Hochschule mit einer Wechselzeit von mindestens 15 Minuten bei Präsenzveranstaltungen beibehalten. Herausfordernd könnte es werden, wenn auf eine Präsenzveranstaltung eine Online-Veranstaltung folgt, dann müssen Studierende und Lehrende nach der Präsenzveranstaltung einen Ort aufsuchen, an dem eine Online-Teilnahme möglich ist (WLAN, ruhige Umgebung, ggf. Strom). Lehrende können in dem, laut Raumplan, zugewiesenen Lehrraum online unterrichten. Studierenden nutzen im besten Fall ihr Zuhause oder suchen eine andere Möglichkeit der Online-Teilnahme.

Gruppenbildung

Ein Vorteil der hybriden Lehre ist, dass Studierende zwischen Präsenz- oder Online-Teilnahme an einer Lehrveranstaltung wählen können. Aufgrund der unter Pandemie-Bedingungen begrenzten Raumsituation und damit ggf. begrenzter Präsenzplätze ist ein faires Vergabesystem dafür notwendig. Studierende entscheiden selbst, ob sie in Präsenz oder online teilnehmen wollen. Um die Studierenden in Gruppen einzuteilen, kann die Gruppenfunktion in Moodle genutzt werden. Anhand dieser Gruppen können Sie dann einen Terminplan erstellen, wann welche Gruppen vor Ort bzw. virtuell an der Lehre teilnehmen können. Denjenigen Studierenden, die nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können, sollten angemessen am Lehrgeschehen beteiligt werden, beispielsweise durch Bereitstellen von Lehrmaterial.

Im Folgenden finden Sie eine allgemeine Begriffsbestimmung von fünf Lehr-/Lernszenarien, davon drei hybriden Veranstaltungen. Ein Lehr-/Lernszenario bezieht sich auf eine Sitzung der Lehrveranstaltung.

  1. Präsenz-Veranstaltung ist eine Lehrveranstaltung, die in physischer Präsenz stattfindet. Alle Personen (Lehrkraft und Studierende) befinden sich am gleichen Ort zur gleichen Zeit in einem Raum der Hochschule.

  2. Online-Veranstaltung ist eine Lehrveranstaltung, die in virtueller Umgebung erfolgt. Alle Personen können von verschiedenen Orten entweder synchron oder asynchron an der Veranstaltung online teilnehmen.

  3. Hybrid-Veranstaltung meint in der aktuellen Situation die synchrone Teilnahme an einer Lehrveranstaltung von Studierenden, die sich teils physisch in einem Seminarraum der Hochschule und teils virtuell an verschiedenen Orten zugeschaltet über ein Webkonferenzsystem befinden. Auch in einer hybriden Veranstaltung soll Studierenden eine aktive Teilhabe am Lehrgeschehen ermöglicht werden:

    a. Hybrid-Veranstaltung – Minimum.
    Die zugeschalteten Studierende haben minimale Interaktionsrechte. Dies kann z. B. eine gestreamte Vorlesung sein, in der online per Chat oder per Mikrofon Fragen gestellt werden können.

    b. Hybrid-Veranstaltung – Medium.
    Ein interaktives Einbinden aller Teilnehmenden wird durch die Lehrkraft ermöglicht, was eine hohe didaktische und moderierende Kompetenz der Lehrkraft erfordert. Anders als bei der Hybrid-Veranstaltung intensiv nehmen die physischen TeilnehmerInnen hier nicht parallel über ein mitgebrachtes Endgerät teil.
    Bei einer Hybrid-Veranstaltung medium können vor Ort beispielsweise studentische Referate durchgeführt werden. Für die anschließende Diskussion und das Feedback ist es meist notwendig, dass sich virtuelle und physische Teilnehmende gegenseitig sehen (Video-Übertragung), hören und miteinander sprechen können (Audio-Übertragung). Mündliche Diskussionsbeiträge aus dem physischen Raum können entweder durch die Lehrkraft über ihren Audiokanal wiederholt oder über ein Raummikrofon in den virtuellen Raum übertragen werden. Beiträge der Online-Teilnehmende können über den Audio- oder Videokanal des Webkonferenzsystem übertragen und z. B. durch Beamer-Projektion im Seminarraum präsentiert werden. Dies erfordert ein durch die Lehrenden vorab definiertes und kommuniziertes Moderationskonzept.

    c. Hybrid-Veranstaltung –Intensiv. (Maximum)
    Durch jeweils von den physisch Teilnehmenden mitgebrachten Endgeräte kann gemeinsam in der hybriden Veranstaltung mit der Online-Gruppe über virtuelle Werkzeuge interagiert werden, z. B. Abstimmungen, Online-Texteditor (Etherpad), virtuelle Whiteboards. Dieses Lehr-/Lernszenario erfordert eine erfahrene Lehrkraft mit hoher didaktischer und moderierender Kompetenz.

Die hybride Lehre erfordert eine umfangreiche technische Ausstattung, da sowohl Studierende in Seminarräumen der Hochschule als auch Studierende in virtueller Umgebung angemessen am Lehrgeschehen beteiligt werden sollten. Technisch ist damit gemeint, dass Ton und Bild der physisch anwesenden Personen in die virtuelle Umgebung übertragen werden und dass Ton und Bild der virtuell Teilnehmenden im Seminarraum verfügbar sind.

Die benötige Ausrüstung richtet sich nach dem didaktischen Lehrkonzept inklusive der erforderlichen Koordinations- und Moderationskompetenz der Lehrperson. Relativ einfach ist die Übertragung einer Vorlesung über ein Webkonferenzsystem (BigBlueButton, Zoom), wenn der Hörsaal mit Kamera und Mikrofon für die Lehrperson ausgestattet ist. Anspruchsvoller ist die Ermöglichung synchroner Zusammenarbeit beider Gruppen – physisch und virtuell. Neben einer oder mehrerer Kameras werden zusätzlich Raum-Mikrofone benötigt und ggf. Online-Interatkionswerkzeuge wie Chat, Forum, Etherpad, Whiteboard, Wiki.

Unsere Hochschule baut zentral die technischen Voraussetzungen für hybride Lehrformen auf (LAN-Zugang in Seminarräumen und Hörsälen, Bereitstellung von mobilen und festinstallierten Video-Sets, Bereitstellung der Serverkapazität für Videoaufzeichnungen). Darüber hinaus stellen einige Fachbereiche Technik für den Einsatz in der hybriden Lehre zur Verfügung.

Anders als bei der Durchführung von Lehrveranstaltungen ohne Übertragungstechnik, kommt es im Rahmen der hybriden Lehre zur Datenverarbeitung der Teilnehmenden (Audio-/Videodaten) für die eine Rechtsgrundlage notwendig ist. Da es aktuell diesbezüglich keine ausdrückliche Rechtsgrundlage gibt, wird hierfür eine Einwilligung in die Datenverarbeitung als Grundlage gewählt. Wichtig ist zu beachten, dass diese Einwilligung freiwillig gegeben werden muss und zu jeder Zeit widerrufen werden kann.

Zur praktischen Durchführung wird geraten, die Studierenden vor der Teilnahme am Präsenzunterricht darüber aufzuklären, dass bei einer Teilnahme vor Ort Bild- und Tonübertragung der Anwesenden stattfinden. Sollte dies von einigen Personen nicht gewollt sein, darf kein Nachteil für diese entstehen. Stattdessen sollten Sie die Räumlichkeiten so gestalten bzw. die Technik so aufbauen, dass diese Personen nicht im Bild zu sehen und zu hören sind.

Nicht nur die Studierenden vor Ort, auch die online Teilnehmenden sollten darüber informiert werden, dass sie mit dem Einschalten des Mikrofons und/oder der Kamera, vor allem bei einer aktiven Teilnahme, ebenfalls von den Teilnehmenden im Hörsaal gehört und gesehen werden können. Es findet somit eine Datenübertragung statt. Alternativ kann ein externer Chat genutzt werden, in dem die Studierenden die Möglichkeit haben, sich vor oder nach der Vorlesung auszutauschen.

Vor dem Einsatz technischer Mittel sollten Sie berücksichtigen, dass diese den datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen. Außerdem muss bei der Durchführung von Veranstaltungen in Präsenz unter Pandemie-Bedingungen eine Dokumentation der Anwesenden gemäß § 4 der Dritten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erfolgen.

Hilfe - Wo finde ich Unterstützung?

Bei Fragen können Sie sich gern an unsere E-Mail (digitalelehre[at]bht-berlin.de) wenden.

Fragen zur technischen Ausstattung richten Sie bitte an das Video Services Team (beuthBOX) der BHT: Wolfgang Antoniazzi, wolfgang.antoniazzi[at]bht-berlin.de