Drohnen: Risiko für Flughäfen – und Chance für Europa

Drohnenvorfälle in München und Nordeuropa zeigen: Die Technologie birgt Risiken – aber auch enormes Potenzial für Europas Resilienz. Das FSI der BHT arbeitet an Lösungen zwischen Sicherheit, Ausbildung und Innovation.

Symbolbild für Drohnensicherheit und Resilienz in Europa
Bild: Alexandre Rotenberg/AdobeStock

Am 3. Oktober 2025 musste der Flughafen München den Betrieb einstellen: 17 Flüge wurden gestrichen, rund 3.000 Passagiere waren betroffen. Grund waren mehrere Drohnensichtungen im unmittelbaren Umfeld. Nur wenige Tage zuvor kam es auch in Dänemark und Norwegen zu ähnlichen Vorfällen. Ein einziges UAV reicht heute aus, um kritische Infrastruktur lahmzulegen – mit direkten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen.

Die Europäische Union reagierte Ende September 2025: Bei einem Gipfel in Kopenhagen wurde der Aufbau einer „Drone Wall“ diskutiert – ein Netz aus Sensoren, Abwehrsystemen und gemeinsamer Koordination, um die Verwundbarkeit europäischer Lufträume zu verringern. Parallel kündigte die NATO die Operation Eastern Sentry an, um die östliche Flanke gegen unbemannte Fluggeräte besser zu sichern.

Deutschland selbst befindet sich in einer Phase erhöhter Alarmbereitschaft. Ende September erklärte das Innenministerium, dass die Drohnenbedrohung „hoch“ sei. Diskutiert wird, der Bundeswehr mehr Befugnisse zur Abwehr – einschließlich Abschussmöglichkeiten – zu übertragen. Doch rechtliche, technische und sicherheitspolitische Hürden machen eine einfache Lösung unmöglich. Flughäfen stehen exemplarisch dafür: Neutralisierung im urbanen Raum ist rechtlich wie praktisch äußerst schwierig.

Gleichzeitig entwickelt sich der zivile Drohnenmarkt rasant. Was früher nur Armeen vorbehalten war, ist heute im Baumarkt erhältlich. Hier entsteht das Spannungsfeld: Sicherheit vs. Innovation. Einseitige Panik und Überregulierung würden jedoch das Potenzial der Technologie blockieren.

Darum braucht Europa einen doppelten Ansatz: Abwehrtechnologien UND qualifizierte Fachkräfte. Neue Ausbildungsprofile, die in Kooperation zwischen APD und dem Fernstudieninstitut (FSI) der BHT Berlin entwickelt wurden, schaffen hier Grundlagen:

- DronePilot Master – für zertifizierte und sichere Operationen
- DroneData Analyst – für Datenaufbereitung und -analyse
- Data DroneManager – für strategische Leitung, Resilienz und Integration in Organisationen

Drohnen bedeuten nicht nur Risiko. Mit dem Konzept „Drones for Good“, das auch das FSI unterstützt, rückt ihr positiver Nutzen in den Vordergrund: präzise Landwirtschaft, nachhaltige Energie- und Infrastrukturinspektionen, Katastrophenhilfe, smarter Tourismus und sichere urbane Kommunikation.

Europa steht 2025 an einer Weggabelung: Wird die Debatte von Angst geprägt – oder gelingt es, Ausbildung, Resilienz und Innovation so zu verbinden, dass Drohnen zu einem Motor für Sicherheit und Lebensqualität werden?


Autor: Pablo Heredia Cantillana
Fernstudieninstitut (FSI) – Berliner Hochschule für Technik
Fachgebiet Autonome Systeme (Drohnen) und KI

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