Mai 2020 - Ingo Möll

Ingo Möll studierte Medizinisch physikalische Technik am Fachbereich II - Mathematik - Physik - Chemie.


Ingo Möll
Inhaber Mamasoft

Studiengang
Medizinisch physikalische Technik (Diplom)

Abschlussdatum
1995

Mittler zwischen Technik und Medizin

Kreativität, Einfallsreichtum und leidenschaftlicher Spaß an seinem Beruf. Das sind nur einige der Eigenschaften, mit denen man Ingo Möll beschreiben kann. Neues auszuprobieren, es für sich zu nutzen, sein Interesse für Medizin und seine Affinität zur Technik waren ausschlaggebend dafür, dass seine Wahl 1991 auf den an der TFH neu geschaffenen Studiengang Medizinisch physikalische Technik fiel.

Praxisnah und nicht forschungsorientiert

Eigentlich wollte der begeisterte HiFi-Bastler Nachrichten- oder Veranstaltungstechnik studieren. „Bis ich merkte, dass der Arbeitsalltag nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach“, sagt er offen. Das Arbeitsamt schlug ihm ein Medizintechnikstudium vor. „Das praxisnahe und nicht forschungsorientierte Studium gab es nur an Fachhochschulen in Berlin und Lübeck.“ Die für das Studium notwendigen praktischen Vorkenntnisse hatte er allerdings nicht. Glück für ihn, dass Prof. Deeg das damals an der TFH nicht ganz so eng sah. „Ihm genügten der Nachweis meines absolvierten Berufsgrundbildungsjahres Elektrotechnik und meine Hobby-Basteleien“, erzählt der Alumnus. Ein größeres Problem war, so kurz nach dem Mauerfall eine Wohnung zu finden. „Zeitweise wollte ich mich einfach mit einem Wohnwagen vor die TFH stellen, bis ich endlich eine Studentenbude und später eine kleine Wohnung fand, aus der ich 2019 nun doch schon ausziehe“, schmunzelt Möll. „Für mich war das Studium genau das Richtige“, sagt Möll, „eine Verbindung zwischen Technik und der Vermittlung von medizinischen Kenntnissen - eine ideale Kombination. Die Laborausstattung war damals allerdings war mittelalterlich, wenn nicht gar steinzeitlich“, bemängelt er rückblickend. Dringend musste hier etwas getan werden, was der Alumnus einige Jahre später dann in die Hand nahm.

Laborausstattung gestiftet

Der Kontakt zur Beuth entstand zufällig über Prof. Buchgeister, der mit Studierenden den Deutschen Radiologen Kongress besuchte und sich von Möll die Funktionsweise eines digitalen Ammographiegerätes erklären ließ. So gab das Eine das Andere. Ingo Möll war Gast an der Beuth, um über seine beruflichen Erfahrungen zu berichten, und überließ dem Labor für Medizinische Strahlenphysik und Bildgebung mittlerweile zwei Mammograpie-Geräte. „Ich sehe das Studium als tatsächlich funktionierendes Bindeglied zwischen Medizin und Technik, bei dem ich als Mittler zwischen Arzt und Technikerteams immer wieder ins Spiel komme.“ Der ideenreiche Alumnus, der ein eigenes Solarelektrohausboot entworfen hat, erfindet und produziert nebenbei medizintechnisches Equipment. Darunter ein Produkt zur Mammografie, dessen Verkaufserlös an die Ärzte ohne Grenzen und andere soziale Einrichtungen gespendet hat. Hut ab vor so viel Leidenschaft.

Weitere Ideen des kreativen Alumnus findet man auf seiner Homepage: www.moell-berlin.de

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