„In Sachen Digitalisierung haben wir teilweise jahrzehntelang geschlafen“, sagt Prof. Dr. Peter Tröger, Leiter des Zentrums für Hochschuldigitalisierung (DIGI). Wichtige Projekte seien liegen geblieben oder zu spät umgesetzt worden. Vieles habe vom Engagement Einzelner abgehangen. Das sei eine echte Zukunftsfrage für die BHT. Deshalb wurde DIGI im Oktober 2025 als neue Zentraleinrichtung gegründet.
Klare Zuständigkeiten für die IT-Strategie
DIGI besteht bislang aus Prof. Dr. Peter Tröger und der Mitarbeiterin Melanie Hirsch. 2026 soll eine weitere Stelle hinzukommen. Als Chief Information Officer (CIO) entwickelt Tröger die hochschulweite IT-Strategie, koordiniert Großprojekte und berät das Präsidium. Gleichzeitig ist DIGI zentrale Anlaufstelle für die digitalen Anliegen der Verwaltung.
„Bisher hat meistens ein Vizepräsident die IT-Hochschulstrategie nebenbei übernommen“, so sich Tröger. Für die Projektplanung sei oft das Hochschulrechenzentrum (HRZ) zuständig gewesen – neben dem Tagesgeschäft.
Dies soll sich ändern, mit klarer Rollenverteilung: DIGI definiert die übergeordnete Strategie, koordiniert die Projekte miteinander und berät, HRZ und Fachadministrator*innen kümmern sich um die Umsetzung. „Überschneidungen wird es geben, deshalb ist enge Abstimmung entscheidend“, sagt Tröger. Hierbei zahle sich aus, dass er als ehemaliger HRZ-Leiter die IT der Hochschule sehr gut kenne und an vielen strategischen Entscheidungen mitgewirkt habe.
Fokus auf Verwaltung und laufende Projekte
Eigene neue Projekte stellt Tröger zunächst zurück: „Wir haben über 20 laufende Digitalisierungsprojekte identifiziert – Arbeit gibt es genug.“ Zu den ersten Vorhaben gehört die Einführung der digitalen Zugangskontrolle. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf der Verwaltung, wo der größte Nachholbedarf besteht.
Zugleich sammelt DIGI neue Anforderungen aus den Abteilungen. Ein zentrales Ziel ist die Automatisierung: „Wir müssen mit den vorhandenen Ressourcen auskommen. Digitalisierung muss mittelfristig Arbeit abnehmen, nicht zusätzliche erzeugen.“ Automatisierte Prozesse und besserer Datenaustausch seien dafür entscheidend.
Erwartungen steigen – von allen Seiten
Auch gesetzliche Vorgaben wie die Einführung der E-Akte erhöhen den Handlungsdruck. Hinzu kommt der demografische Wandel: Weniger Beschäftigte müssen künftig komplexere Aufgaben übernehmen, der Wettbewerb um Fachkräfte wächst.
„Neue Mitarbeitende oder Studierende fallen aus allen Wolken, wenn sie Formulare ausdrucken und per Post verschicken müssen“, sagt Tröger. „Wenn wir eine moderne, attraktive Hochschule sein wollen, müssen wir hier deutlich besser werden.“