Ackerböden regenerieren, Erträge steigern und die Versorgung mit Toiletten verbessern: Im Projekt „ClimEtSanPathogene“ gehen diese Ziele Hand in Hand. Das Forschungsteam entwickelt eine Methode, um Kompost aus menschlichen Exkrementen und anderen organischen Materialien herzustellen und als ressourcenschonenden und klimafreundlichen Dünger in der Landwirtschaft einzusetzen.
Das Projekt ist in Äthiopien angesiedelt, auf dem Gelände der Partner-Universität Hawassa in Shasheme. Auf dem Campus wird ein Versuchsgut mit Trockentoiletten und einer überdachten Kompostierungsanlage angelegt. Das äthiopische Projektteam vor Ort sammelt Exkremente und kompostiert sie mit Sägespänen, Stroh und Gemüseresten. Die BHT-Forschungsgruppe prüft anschließend, ob der Kompost pathogenfrei ist. Damit alle Keime absterben, muss die Temperatur im Komposthaufen stimmen. Das wird vor allem über die weiteren organischen Materialien gesteuert. Welche Wirkung die Beigabe von Biokohle zusätzlich zu Gemüseresten und Sägespänen hat, wird im Projekt ebenfalls analysiert.
Ziel ist, den Einsatz mineralischer Dünger zu reduzieren, die Freisetzung von Treibhausgasen zu verringern und den Nährstoffgehalt in Böden zu erhöhen. Im Zusammenspiel mit Trockentoiletten als Rohstoffquelle für den Dünger wird außerdem die sanitäre Versorgung verbessert. Die Erkenntnisse sollen vor allem lokalen Gemeinden und Kleinbauern zugutekommen.
03.2018 - 12.2021
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Forschungszentrum Jülich
Prof. Dr. Elisabeth Grohmann
Fachbereich V – Life Sciences and Technology