Mobility Hubs für neue urbane Mobilität

Vom Fahrradstellplatz zur Verkehrswende: Bastian Hußlein untersuchte in seiner Masterarbeit an der BHT, wie Mobility Hubs ÖPNV, Sharing-Angebote und Mikromobilität vernetzen können. Dafür hat er den 1. Preis des Berliner Baukammerpreises erhalten.

Links Porträt von Bastian Hußlein, rechts hält Johannes Schlaich eine Urkunde in den Händen, vor ihm steht ein Laptop, auf dessen Bildschirm Bastian Hußlein im Videocall zugeschaltet ist
Befasste sich mit Mobilitätsstationen: Bastian Hußlein. Zur Preisverleihung und Laudatio von Prof. Dr. Johannes Schlaich war er per Videocall zugeschaltet (rechts). Bild: privat

Im Stadtbild fallen sie kaum auf: markierte Flächen mit abgestellten Fahrrädern oder E-Scootern. Dabei bündeln sie nicht nur Sharing-Angebote und je nach Standort auch Ladeinfrastruktur. Die „Mobility Hubs“ stehen für den Umbau urbaner Mobilität. Aus einzelnen Angeboten soll ein vernetztes System werden, aus einzelnen Standorten ein Baustein städtischer Verkehrsplanung.

Mit diesem Aspekt der Verkehrswende befasste sich Bastian Hußlein in seiner Masterarbeit im Studiengang „Urbane Infrastrukturplanung – Verkehr und Wasser“ an der Berliner Hochschule für Technik (BHT). Für seine Abschlussarbeit wurde der Absolvent nun mit dem 1. Preis in der Kategorie Masterarbeiten des Berliner Baukammerpreises 2025 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 7. Mai 2026 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin statt.

Die Verkehrswende als Gestaltungsaufgabe

Prof. Dr. Johannes Schlaich, Fachbereich III – Bauingenieur- und Geoinformationswesen, betreute die prämierte Masterarbeit „Mobility Hubs als Instrument der Verkehrswende“. Während der Verleihung hielt der Verkehrsexperte auch die Laudatio.

„Das Besondere an der Masterarbeit ist, dass sie Mobility Hubs als strategisch steuerbare Infrastruktur der Verkehrswende untersucht. Die Auszeichnung sendet ein starkes Signal: ‚Das Bauingenieurwesen muss die Verkehrswende als eigene Gestaltungsaufgabe begreifen.‘“

— Prof. Dr. Johannes Schlaich

Im Zentrum der Abschlussarbeit steht eine Untersuchung von 105 Berliner Mobilitätsstationen. Diese wurden anhand eines mehrstufigen Kriterienrasters analysiert. Darauf aufbauend entwickelte Bastian Hußlein ein Bewertungsmodell, das Unterschiede zwischen den Standorten vergleichbar macht.

Mobility Hubs stärken nachhaltige Verkehrsmittel

Er kommt zu dem Ergebnis, dass Mobilitätsstationen unterschiedliche Funktionen im Verkehrssystem übernehmen. Zudem stellt er fest, dass sie sie ÖPNV, Sharing-Angebote und Mikromobilität verknüpfen und so den Umweltverbund, also die Gruppe aller umweltverträglichen und nachhaltigen Verkehrsmittel, in Berlin stärken.

Auf Grundlage seiner Analyse entwarf Bastian Hußlein Leitbilder für die zukünftige Entwicklung von Mobility Hubs sowie Handlungsempfehlungen für Planung und Betrieb. Ziel ist ein systematisch gesteuertes Netz von Mobilitätsstationen, das unterschiedliche Standortanforderungen berücksichtigt und stärker in die gesamtstädtische Verkehrsplanung integriert ist.

Die Arbeit zeigt außerdem, dass in der Gestaltung der Stationen, ihrer Integration in die Gesamtplanung sowie der Wirkungsmessung der Angebote und Services noch großes Forschungs- und Entwicklungspotenzial liegt. „Die Masterarbeit zeichnet sich durch eine beeindruckende wissenschaftliche Tiefe aus“, stellt Professor Schlaich fest.

Das Thema begleitet Bastian Hußlein auch weiterhin: Inzwischen beschäftigt er sich als Consultant und Projektmanager bei dem Beratungsunternehmen Rambøll Group mit nachhaltiger Mobilitäts- und Verkehrsinfrastrukturplanung.

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