„Durch Architektur die Welt erschließen“

Die Architektur nachhaltiger machen, Methoden hinterfragen und neue Techniken entwickeln: Jan Liesegang, neu berufener Professor für Baukonstruktion und Entwerfen der BHT, will den Wandel voranbringen und Mut machen, von anderen möglichen Zukünften und Räumen zu träumen.

Porträt eines Mannes in dunkelblauem Oberhemd
Prof. Jan Liesegang Bild: Britt Schilling

Prof. Jan Liesegang ist neuberufener Professor für Baukonstruktion und Entwerfen am Fachbereich IV – Architektur und Gebäudetechnik der Berliner Hochschule für Technik. Der gebürtige Kölner studierte Architektur an der TU Berlin, der Royal Academy of Arts in Kopenhagen sowie an der Cooper Union School of Architecture in New York. Anschließend arbeitete er im Berliner Büro Sauerbruch Hutton Architekten. Im Jahr 1999 gründete Jan Liesegang das Architekturkollektiv raumlaborberlin. Die Gruppe realisiert experimentelle Projekte im öffentlichen Raum und wurde mehrfach ausgezeichnet. Von 2001 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 2010 erhielt der Architekt ein Forschungsstipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo. Zuletzt war Jan Liesegang Professor für Architektur und Kunst an der Bergen School of Architecture in Norwegen. Seit dem 15. März 2026 lehrt er an der BHT.

Was fasziniert Sie an Ihrer Fachrichtung?

Durch das Architekturstudium erschließt sich uns eine neue Welt. Wir lernen, Städte, Gebäude und Räume wie Texte zu lesen und zu verstehen. Es ist wundervoll, selbst einen Beitrag zu leisten, in dem wir Räume gestalten, in denen Menschen leben, sich begegnen und ihre Identität konstruieren.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Professur gesteckt?

Die Architektur muss nachhaltiger, ressourcenschonender und zirkulär werden. Um diesen Wandel voranzubringen, müssen wir bestehende Methoden kritisch hinterfragen, experimentieren und neue Techniken lernen und lehren. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen möchte ich deshalb ein Design-and-Build-Labor für experimentelles und zirkuläres Bauen aufbauen.

Was möchten Sie Ihren Studierenden vermitteln?

Unsere Zeit ist von Krisen und extrem schnellen Transformationsprozessen geprägt. Ich möchte den Studierenden Raum und Rahmen zum kritischen, selbstständigen Denken geben, ihnen Wissen und Techniken vermitteln, die es ihnen ermöglichen, gemeinsam komplexe Problemstellungen anzugehen und sich zu orientieren. Gleichzeitig möchte ich ihnen Mut machen, von anderen möglichen Zukünften und Räumen zu träumen.

Zurück