Sozialer Roboter hilft beim Stressabbau

Kann ein sozialer Roboter helfen, Stress zu reduzieren? Forschende der BHT haben mit NEFFY 2.0 einen haptischen Atembegleiter entwickelt, der Menschen intuitiv durch Atemübungen führt. In einer Studie mit Geflüchteten aus der Ukraine wurde die roboterbasierte Anleitung als beruhigend und unterstützend wahrgenommen.

Collage: Bildreihe einer Frau, die mit geschlossenen Augen an einem Tisch sitzt, die Hände ruhen auf einem kleinen Roboter. Daneben drei sitzende Personen vor einem Bildschirm, die Person in der Mitte hat einen kleinen Roboter auf dem Schoß.
Atemübungen mit NEFFY 2.0; daneben: Jessica Kazubski, Charly Goerke und Ilona Buchem mit ihrem Roboter (v.l.n.r.) Bild: Labor für Kommunikation / BHT

Der Roboter NEFFY 2.0 ist ein haptischer Atem-Begleiter, der Menschen bei langsamen Atemübungen zur Stressreduktion unterstützt. Durch multisensorische Interaktion und körperliche Bewegung kann der Roboter intuitiv durch Atemübungen führen.

Entwickelt wurde NEFFY wurde im Labor für Kommunikation der BHT unter der Leitung von Prof. Dr. Ilona Buchem. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit Studierenden des Studiengangs Humanoide Robotik, die an der Gestaltung und technischen Umsetzung des Prototyps beteiligt waren.

Das Forschungsteam um Buchem hat nun hat eine neue Studie zum Atemroboter veröffentlicht. Die Ergebnisse wurden in den Proceedings der ACM/IEEE International Conference on Human‑Robot Interaction HRI2026 publiziert.

NEFFY beruhigt und unterstützt in belastenden Lebenssituationen

Die empirische Studie mit erwachsenen Geflüchteten aus der Ukraine wurde in Kooperation mit Johannesstift Diakonie sowie „Zukunft findet Stadt – Hochschulnetzwerk für ein resilientes Berlin“ durchgeführt.

In einer Studie untersuchte das Team die Wirkung von Atemübungen – einmal roboterbasiert und im Vergleich mit einer audiobasierten Anleitung ohne Roboter.

Die Studie zeigte:

  • Teilnehmende beschrieben NEFFY 2.0 als intuitiv, beruhigend und unterstützend.
  • Die wahrgenommene Stressreduktion war deutlich stärker in der Roboter-Bedingung als in der Audio-Bedingung.
  • Physiologische Messungen – darunter Herzrate, Herzratenvariabilität, Atemfrequenz und Hautleitwert – zeigten individuelle Reaktionsmuster.
  • Drei unterschiedliche Atem-Praxis-Muster konnten mittels Clusteranalyse identifiziert werden.

Die Studie liefert erste empirische Hinweise darauf, dass soziale Roboter niedrigschwellige Unterstützung bei Stressbewältigung leisten können, insbesondere für Menschen in belastenden Lebenssituationen.

Publikation

Ilona Buchem, Jessica Kazubski, and Charly Goerke. 2026. NEFFY 2.0: A Breathing Companion Robot: User-Centered Design and Findings from a Study with Ukrainian Refugees. In Companion Proceedings of the 21st ACM/IEEE International Conference on Human-Robot Interaction (HRI Companion '26). Association for Computing Machinery, New York, NY, USA, 521–525.

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