Wer prägt besonders die Wissenschaft in der Metropole Berlin? Der Tagesspiegel hat die „100 wichtigsten Köpfe für das Jahr 2026“ gekürt. Die Berliner Hochschule für Technik (BHT) ist mit sieben Mitgliedern in der renommierten Liste vertreten. Die Auswahl umfasst Akademiker*innen und Forscher*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen, die mit innovativer Forschung, exzellenter Lehre und gesellschaftlichem Engagement die Zukunft der Wissenschaft in Berlin mitgestalten.
Wir dokumentieren im Wortlaut die Begründung der Tagesspiegel-Redaktion für die Auswahl der einzelnen BHT-Mitglieder:
Prof. Dr. Elisabeth Grohmann
Fachbereich V (Life Sciences and Technology)
„Bakterien tauschen untereinander Resistenzen gegen Antibiotika aus: Die Informationen geben sie mit kleinen Ringen aus Erbgut von Zelle zu Zelle weiter. Die Mikrobiologin erforscht an der BHT, ob sich diese ‚Ringe der Macht‘ auch auf dem Acker ausbreiten, wenn dieser mit Abwasser gegossen wird. Außerdem ist sie Sprecherin des Berliner Forschungsverbundes ‚Impact‘, der Medikamente gegen Malaria und hartnäckige Beläge aus Bakterien entwickeln will.“
Weitere Informationen: Forschungsprojekte
Johannes Matzen, Doktorand
Fachbereich VIII (Maschinenbau, Veranstaltungstechnik, Verfahrenstechnik)
„Für Matzen ist Wissenschaft persönlich: Er will seinem Nachwuchs eine bessere Welt hinterlassen und konzentriert sich deshalb auf Klimaforschung. Er steht selbst noch am Beginn seiner Karriere: In seiner Doktorarbeit erforscht er, wie sich aus der Atmosphäre Trinkwasser abscheiden lässt. Eine Lösung für die global zunehmende Wasserknappheit? Der Physiker klärt das engagiert und verständlich: in populärwissenschaftlichen Vorträgen und auf Science Slams.“
Weitere Informationen: Trinkwasser aus der Luft
Prof. Dr. Sebastian Riedel
Fachbereich VIII (Maschinenbau, Veranstaltungstechnik, Verfahrenstechnik)
„Manche Bakterien können Plastik herstellen, das wieder verrottet. Nur bezahlbar ist es nicht. Genau daran arbeitet Sebastian Riedel: Der Bioverfahrenstechniker füttert die Mikroben mit billigen Abfallfetten und Altöl und züchtet sie in extremer Dichte. 2026 fuhr er den Prozess im 750-Liter-Maßstab und warb Geld für einen neuen Pilotreaktor ein. So wird aus einer Laborkuriosität allmählich eine Alternative zu Erdölplastik.“
Weitere Informationen: Aus Altspeiseöl wird Biokunststoff
Prof. Dr. Frank Schneider und Prof. Dr. Benny Selle
Fachbereich III (Bauingenieur- und Geoinformationswesen)
„Sie wollen Regenwasser nicht einfach in die Kanalisation schicken, sondern damit die Stadt kühlen. 2025 eröffneten Benny Selle und Frank Schneider auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel eine Versuchsanlage mit Verdunstungsbeeten. Die bepflanzten Inseln speichern Regenwasser und sorgen durch Verdunstung für Abkühlung in ihrer Umgebung. Die beiden Wasserexperten erproben damit konkrete Lösungen, die Berlin helfen könnten, sich besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.“
Weitere Informationen: Verdunstungsbeet-Anlage in Berlin TXL
Olivia Key und Maike Ohlsen-Rakautz
Internationale Angelegenheiten/Strategische Hochschulentwicklung
„Studierende, die Verantwortung übernehmen und die Stadt der Zukunft gestalten: Das ist die Idee des „Service Learning“, das die beiden Hochschulmanagerinnen an der BHT auf den Weg gebracht haben. Gemeinsam mit Partnern aus der Praxis arbeiten Studierende an gemeinwohlorientierten Projekten, etwa im sozialen oder Umweltbereich. Dafür lässt die Stiftung Innovation in der Hochschullehre 4,4 Millionen Euro springen.“
Weitere Informationen: Service Learning