Sechs Jahre lang besetzten Geflüchtete die ehemalige Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) in Kreuzberg, um gegen die Asylpolitik der Regierung zu protestieren. Im Januar 2018 wurde die Schule auf Anweisung des Bezirksamts geräumt, um sie anschließend zu sanieren. Vor der Kernsanierung dokumentierten ein Forschungsteam und das FHXB-Friedrichshain-Kreuzberg-Museum gemeinsam die ehemals besetzten Gebäudebereiche, um die Spuren der Besetzung als Teil der Bezirksgeschichte zu erhalten.
Dazu nutzte das Projektteam Methoden des 3D-Laserscannens und der Photogrammetrie und erfasste zwölf Räume, viereinhalb Flure, die Aula und das südsüdwestliche Treppenhaus. Sie erschlossen die Räume aus unterschiedlichen Perspektiven und bildeten alle Spuren realitätsgetreu ab. Mit einer Drohne erfassten sie außerdem das Dach. Die fertigen 3D-Modelle zeigen die Zusammenhänge der einzelnen Gebäudeteile und Raumaneignungen bis ins kleinste Detail – auch Wandmalereien, Tags, Zeichnungen und Einritzungen an den Wänden. Die Daten wurden so aufbereitet, dass sie auf 3D-Plattformen präsentiert und für Virtual- oder Augmented-Reality-Anwendungen weiterverarbeitet werden können, beispielsweise für Ausstellungen und Online-Anwendungen des Museums.
02.2021 - 12.2021
FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Land Berlin / Senatsverwaltung für Kultur und Europa
FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Prof. Dipl.-Ing. Michael Breuer
Fachbereich III – Bauingenieur- und Geoinformationswesen