Wie können Hochschullehrende lernen, Künstliche Intelligenz sinnvoll in der Lehre einzusetzen? Wie können sie KI-Anwendungen nutzen, die auf ausgewählte Lehrmaterialien zurückgreifen, anstatt sich auf das allgemeine Wissen eines Sprachmodells zu stützen? Im Fokus steht dabei Retrieval-Augmented Generation (RAG). Der Ansatz verbindet generative KI mit ausgewählten Wissensquellen, um KI-Antworten auf bestimmte Inhalte, Dokumente und Lehr-Lern-Kontexte auszurichten.
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue europäische Kooperationsprojekt RAG4EDU. Daran beteiligt sind neben der Berliner Hochschule für Technik (BHT) das Artificial Intelligence Research Institute in Spanien, die Université Côte d’Azur in Frankreich, die University of Oulu in Finnland, INESC-ID in Portugal sowie die National Pedagogical Dragomanov University in der Ukraine. Das Projekt wird über das Programm Erasmus+ der Europäischen Union als Cooperation Partnership in Higher Education gefördert.
Microlearning-Module
Das Projekt startete am 1. September 2026. Zum Auftakt trafen sich die Kooperationspartner an der BHT in Berlin. Die BHT koordiniert das Forschungsprojekt. Die Projektleitung übernimmt Prof. Dr. Ilona Buchem. Stellvertreter ist Prof. Dr. Klaus-Peter Schöneberg. Beide gehören zum Fachbereich I (Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften).
In den kommenden drei Jahren entwickelt das Team ein Trainingsprogramm, mit dem Hochschullehrende den Umgang mit generativer KI und RAG erlernen und vertiefen können. Geplant sind kurze Lerneinheiten (Microlearning-Module), gemeinsame Übungen und Nachweise über erworbene Kompetenzen (Micro-Credentials).
Einladung an Lehrende
Ergänzend entsteht eine RAG4EDU-Toolbox mit praktischen Methoden, Materialien und Werkzeugen. Sie soll Lehrende unterstützen, RAG in ihren Lehrveranstaltungen einzusetzen. Sie sollen die neuen Ansätze in der Praxis erproben. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen beitragen, die Angebote anschließend zu verbessern.
Hochschullehrende der BHT und anderer Hochschulen in Deutschland sind eingeladen, das RAG4EDU-Trainingsprogramm im zweiten Projektjahr zu erproben und mit ihrem Feedback zur Weiterentwicklung beizutragen. Interessierte können sich bereits jetzt mit Anregungen an die Projektleitung wenden.