BHT-Delegation an der Lakehead University, Kanada

Fachliche Weiterentwicklung von MitarbeiterInnen des Wissenschaftsmanagements. Diese Aufgabe stand im Zentrum eines intensiven Austauschbesuchs im Oktober an der Partnerhochschule Lakehead University in Thunder Bay, Kanada.

sechs Frauen vor Universitätslogo
Bild: Katarina Odogu

Im Rahmen des Projekts „INTAMEX – International Academic Management Exchange“ reiste kürzlich eine Delegation von sechs Kolleginnen der BHT nach Ontario. Die Finanzierung für das Projekt wurde vom Referat für internationale Angelegenheiten beim DAAD eingeworben. INTAMEX zielt darauf ab, die bestehende Partnerschaft mit der Lakehead University über den klassischen Studierenden- und Lehrendenaustausch hinaus zu erweitern: Im Fokus steht der fachliche Austausch und die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden im Wissenschaftsmanagement.

Gezielter Austausch auf Expertenebene
Um die administrativen und strategischen Prozesse beider Hochschulen nachhaltig zu vernetzen, bildete die Delegation ein breites Spektrum an Referaten ab. Die Teilnehmenden trafen ihre kanadischen Counterparts zu einem intensiven Erfahrungsaustausch:

  • Die Leitung der Personalentwicklung Athena Leotsakou und die Leitung des Referats Drittmittel Katarina Odogu tauschten sich mit ihren Kolleg*innen vor Ort über Managementansätze und Ressourcensteuerung aus.
  • Im Bereich der Forschungs- und Nachwuchsförderung analysierten die EU-Referentin Anna Eliseeva sowie die Koordinatorin für den wissenschaftlichen Nachwuchs Yesim Günes mit ihren Partner-Referaten gemeinsame Ansätze zur Unterstützung junger WissenschaftlerInnen und zur Optimierung von Antragsprozessen.
  • Das Referat Kommunikation und Marketing und das Referat für Internationale Angelegenheiten wurden durch die Social-Media-Redakteurin Desirée Hennecke sowie die Projektkoordinatorin Mareen Welke vertreten, um sich mit ihren Pendants über Studierendengewinnung auszutauschen, die Sichtbarkeit der Partnerschaft zu erhöhen und neue Kooperationsformate zu entwickeln.

Synergien in Forschung und Lehre
Ein Schwerpunkt der einwöchigen Reise waren die Gespräche mit Referatsleitungen, Mitgliedern der Hochschulleitung und dem International Office der Lakehead University. Ein langfristiges Ziel ist die gemeinsame Antragstellung in europäischen Forschungsprogrammen wie HORIZON EUROPE.

Multikulturalität und Reflexion als Standortvorteil Besonders beeindruckend war für die Delegation die gelebte Vielfalt auf dem Campus der Lakehead University, die sich von der zweisprachigen Beschilderung in der indigenen Sprache der Anishinabe bis hin zur offenen, multikulturellen Atmosphäre im gesamten Campusalltag zieht.

Neben den fachlichen Terminen bot das einwöchige Programm die Möglichkeit, an kulturellen Veranstaltungen wie der Eröffnung der Gichi Kendaasiwin (Higher Knowledge) Konstellation oder dem Besuch des „Fort William Historical Park” teilzunehmen. Dadurch konnten die Teilnehmenden die regionale Verankerung der Lakehead University besser einordnen und verstehen. Ein besonders bewegender Höhepunkt der Reise war die Teilnahme am Annual Fall Gathering der Fort William First Nation am Anemki Wajiw (Mount McKay). An diesem Gedenktag stand nicht nur die Feier von Gemeinschaft und Kultur im Vordergrund, sondern auch die wichtige Auseinandersetzung mit Truth & Reconciliation – ein Gedenken an die Kinder, die aus den Umerziehungsschulen für die indigene First Nation niemals nach Hause zurückkehrten. Diese Erfahrung bot der Delegation eine tiefgreifende Perspektive auf die gesellschaftlichen Herausforderungen und die historische Identität Kanadas.

Fast zeitgleich zum administrativen Austausch hatte Prof. Koshan Mahdi aus dem Fachbereich VII die Möglichkeit vor Ort die fachlichen Kontakte an der Lakehead University zu vertiefen. Durch sein Engagement konnten wichtige Türen für gegenseitige Laborpraktika geöffnet werden. Konkret ist geplant, dass im ersten Halbjahr 2027 jeweils eine Studierende oder ein Studierender ein Laborpraktikum an der jeweiligen Partnerhochschule absolviert. Zudem wurden Möglichkeiten für „Collaborative Online International Learning“ (COIL) diskutiert, um niederschwellige Formate des internationalen Austauschs für Studierende anzubieten.

Ein besonderer Dank gilt den Organisatorinnen vom Referat für Internationale Angelegenheiten der BHT sowie den Kolleginnen und Kollegen der Lakehead University für die außerordentliche Gastfreundschaft.

Zudem dürfen sich die BHT-Kolleginnen auf einen Gegenbesuch der Lakehead-Kolleg*nnen vom 9. bis 13. November freuen!

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