Building Information Modeling (BIM) ist in der Bauwirtschaft angekommen – nun geht es vor allem darum, digitale Informationen durchgängig zu nutzen und Prozesse weiterzuentwickeln.

Prof. Dr. Sebastian Pepper ist Professor für Baumanagement und Baubetrieb an der BHT und Dozent der Weiterbildung „BIM: Building Information Modeling mit Revit-Software“. Im Interview gibt er Einblicke in die aktuelle Umsetzung von BIM und die weiteren Entwicklungen in der Baubranche.

Bild: privat

Prof. Dr. Sebastian Pepper ist Professor für Baumanagement und Baubetrieb an der Berliner Hochschule für Technik (BHT). Zu seinen Schwerpunkten gehören Building Information Modeling (BIM), Projektmanagement und die Digitalisierung des Bauwesens. Als Dozent der Weiterbildung „BIM: Building Information Modeling mit Revit-Software“ spricht er im Interview über die aktuelle Umsetzung von BIM in der Baubranche.

Herr Professor Pepper, BIM wird seit vielen Jahren als wichtiger Baustein der Digitalisierung im Bauwesen diskutiert. Wo steht die Branche Ihrer Einschätzung nach heute tatsächlich?

Ich glaube, die Zeit der Missionierung ist vorbei. Wir müssen heute niemandem mehr grundsätzlich erklären, warum BIM sinnvoll sein kann. Die Methode ist in vielen Bereichen angekommen und bei größeren Projekten zunehmend selbstverständlich.

Gleichzeitig sind die Reifegrade noch sehr unterschiedlich. Manche Unternehmen arbeiten bereits konsequent modellbasiert, andere nutzen BIM eher punktuell. Der nächste Schritt ist deshalb die Durchgängigkeit: Informationen sollten von der Planung über die Ausführung bis in den Betrieb strukturiert weiterverwendet werden. Genau dort liegt aus meiner Sicht das eigentliche Potenzial.

Warum fällt es der Bauwirtschaft teilweise schwer, digitale Arbeitsweisen in der Breite zu etablieren – obwohl die Vorteile von BIM vielfach bekannt sind?

Weil BIM oft noch zu sehr als Softwarethema verstanden wird. Tatsächlich verändert es aber Prozesse, Rollen und die Art, wie Informationen ausgetauscht werden.

Hinzu kommt die kleinteilige Struktur der Branche mit vielen Beteiligten, unterschiedlichen Systemen und häufigen Medienbrüchen. Digitalisierung gelingt deshalb nicht allein durch neue Werkzeuge, sondern vor allem durch klare Prozesse, Standards und Verantwortlichkeiten.

Was müssen die Bauwirtschaft und insbesondere öffentliche Akteure zunächst tun, damit BIM sein volles Potenzial entfalten kann?

Vor allem braucht es klare Anforderungen, gemeinsame Standards und verlässliche digitale Prozesse. Gerade öffentliche Auftraggeber können hier viel bewirken, wenn sie nicht einfach „BIM“ fordern, sondern konkret definieren, welche Informationen für welchen Zweck benötigt werden.

Wichtig sind außerdem offene Datenstandards und der Aufbau von Kompetenzen. Ein gut organisierter BIM-Prozess mit qualifizierten Beteiligten ist wertvoller als ein komplexes Modell ohne klaren Nutzen.

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